Vor vielen, vielen Jahre, als auch die Menschen in Welzin noch an Spuk und Hexen glaubten,  erzählte man sich dort Folgendes: Im Dorf lebte eine alte Frau, die viel Schaden unter dem Vieh anrichtete. Sie hatte in ihrer Lade einen alten Schmachtriemen*. Wenn sie sich diesen umschnallte, sagte sie dabei: „Häschen aus dem Busch.“ und im selben Augenblick hatte sie sich in einen Hasen verwandelt, der flink aus der Tür hoppelte und auf die Koppel lief, um den Kühen die Milch abzusaugen, bevor die Melkerinnen kamen.
Einige Frauen, deren Kühe kaum noch Milch mehr gaben, hatten des öfteren einen Hasen gesehen, der schnell verschwand, sobald er nur in der Ferne das Klappern der Eimer hörte. Sie erzählten es dem Jäger, der sich nun auf die Lauer legte. Es dauerte auch nicht lange, da kam im Morgengrauen ein Hase angehoppelt und machte sich am Euter des Blesskuh des Schulzen zu schaffen. Dies geht ja wohl nicht mit rechten Dingen zu, dachte der Jäger. Da machte sich der Hase auch schon aus dem Staube. Der Jäger packte aber schnell an, machte den Finger krum und schoss. Er sah noch, wie der Hase auf 3 Beinen unter einem Busch verschwand. Als sich der Jäger näherte, entdeckte er zu seinem großen Schrecken das alte Weib aus dem Dorf, dem es das Bein abgeschossen hatte. Die Hexe wurde angezeigt und verbrannt.

*Schmachtriemen, breiter lederner Riemen, um den Unterleib geschnallt, wird von Reitern, Läufern etc. bisweilen getragen um die Erschütterung des leeren Magens zu mindern

In einem Bändchen „Sagen aus dem Kreise Grevesmühlen“ trug Herr Oswald – Direktor des Päd. Kreiskabinett Grevesmühlen 1957 viele kleine Sagen auch aus der Gemeinde Damshagen zusammen.